Projekt: 
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1 Einleitung

Das RGW-Beratungsbüro Berlin (RGW: 'Rat für Gegenseitige Wirtschaftshilfe') ist aus der Berliner Häuserkampf-Szene und Kollektivbewegung der 1980er Jahre hervorgegangen und berät Kollektivbetriebe, Hausprojekte, Vereine und Initiativen jeglicher linker Coleur. Das RGW-Beratungsbüro arbeitet nicht-kommerziell als Kooperative von Fachleuten, die BeraterInnen sind selbst in Projekten tätig und nur nebenberuflich bei RGW.

Umfeld des Projekts ist ein informeller "Zusammenhang von Menschen (überwiegend aus Berlin), die sich aktuell oder zeitweise in selbstorganisierten Betrieben, Projekten und ähnlichen Experimenten bewegen oder bewegt haben. RGW Berlin nannte sich der jahrelange Versuch, diese regionale Zusammenrottung in eine formale kooperative Struktur zu gießen, vergeblich. Geblieben ist ein ständig weiter wachsendes ‘Bewegungsmilieu’, eine Ansammlung sehr unterschiedlicher Menschen, die eher sozial und politisch motiviert Nähe suchen und nicht über ihre Identität als aktives/ehemaliges Projektmitglied. Die ‘Bewegungen’ und Aktivitäten sind entsprechend häufig diskontinuierlich, zielvariabel und unsortiert, aber als Gesamtkunstwerk doch irgendwie ein erkennbares ‘Gebilde’. Geblieben ist teilweise auch das Koordinationsbüro, was inzwischen als RGW-Beratungsbüro nach wie vor über eine Solidarumlage von Projekten finanziert wird und als Anlauf- und Beratungsstelle jährlich von 50-60 selbstverwalteten, gleichberechtigten und gelegentlich ziemlich abenteuerlichen Vorhaben frequentiert wird. Geblieben ist letztlich auch die Leidenschaft für den Aufbau immer neuer kooperativer Experimente: z.B. einen Rentenfonds ‘Wir können auch anders!" mit ca. 35 Mitgliedern, die einen Großteil ihres Lebens mit Projektarbeit verbracht haben und bei ihrer dadurch sträflich vernachlässigte materielle Altersabsicherung dem Staat immer noch nicht so richtig über den Weg trauen. Z.B. die legendäre Berliner Politkneipe ‘EX’, als ‘halbökonomischer’ Versuch, öffentlichen Raum marktwirtschaftlicher Zwangslogik zu entlocken, Mitwirkende: 22 Gruppen mit ca. 100 Menschen. Z.B. auch die Projektwerkstatt auf Gegenseitigkeit, eine eigentumsneutrale Vermögensverwaltung von Immobilien von und für solidarische und gleichberechtigte Projektversuche. Und dazu gehört letztlich auch seit über 12 Jahren das Haus am Wannsee, ein selbstorganisiertes Kinder- und Jugendgästehaus" (aus der Selbstdarstellung des Projekts 'Haus am Wannsee', leicht aktualisiert durch RGW im September 2011).

Das Portrait von RGW unterscheidet sich insofern von denen der anderen, als es nicht seine eigene Struktur und Geschichte zum Gegenstand hat, sondern uns seine reichhaltige Erfahrung aus der Beratung einer Vielzahl von hilfesuchenden Projekten zugänglich macht. Das Portrait von RGW ist also eigentlich ein Meta-Portrait.

RGW ist übrigens auch erheblich an der Entstehung dieses Projekts beteiligt gewesen. Dafür an dieser Stelle nochmals: Herzlichen Dank!